Eröffnungsveranstaltung: Beat Poetry
mit Nora-Eugenie Gomringer und Günter Baby Sommer

25. November, Dienstag, 20.00 Uhr, Kleines Haus
Eintritt: 4,- EUR (erm.) / 6,- EUR

“Beat Poetry”: so heißt die Eröffnungsveranstaltung von “Literatur Jetzt!”. Nicht amerikanische Literatur, sondern die Verschmelzung von Poesie und Musik findet unter diesem Titel statt. Nora Gomringer gilt als eine der wichtigsten und zugleich populärsten Stimmen der jungen deutschen Poesie. Sie wurde unter anderem mit dem Bayrischen Kunstförderpreis, dem Bayrischen Kulturpreis und dem Nikolaus-Lenau-Lyrikpreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit ihr gestaltet der weltbekannte Schlagzeuger Günter “Baby” Sommer eine Synthese aus mitreißender Wortkunst und virtuoser Perkussion. Musik wird hier nicht als Pausenfüller oder Auflockerung gespielt, sondern intensiviert und kommentiert unmittelbar die literarische Performance.

Gipfeltreffen der Lesebühnen
mit Ahne, Jochen Schmidt, Julius Fischer und André Herrmann

26. November, Mittwoch, 21.00 Uhr, Scheune
Eintritt: 5,- EUR (Vorverkauf) / 7,- EUR (Abendkasse)

Beim „Gipfeltreffen der Lesebühnen“ gastieren vier der erfolgreichsten Autoren der deutschsprachigen Lesebühnen in Dresden. Der repräsentative Querschnitt enthält: Ahne von den Berliner Lesebühnen „Surfpoeten“ und „Reformbühne Heim & Welt“, Jochen Schmidt, den Mitbegründer der Berliner Lesebühne „Chaussee der Enthusiasten“, Julius Fischer von der Dresdner Lesebühne „Sax Royal“ und den Leipziger André Herrmann von der Lesebühne „Schkeuditzer Kreuz“. Das Format der Lesebühne hat inzwischen in ganz Deutschland Popularität erlangt. Grund hierfür ist zweifellos die lebendige Mischung aus groteskem Alltagshumor, philosophischem Tiefgang und politischer Brisanz, die die Autoren allesamt auszeichnet. Im Anschluss legt der wie immer gut aufgelegte DJ Marcos Pachaly noch auf - Funk und alles, was sonst so Spaß macht.

Poesie heute
mit Ulrike A. Sandig, Norbert Lange und Barbara Felicitas Tax

27. November, Donnerstag, 20.00 Uhr, Kulturhaus Loschwitz
Eintritt: 5,- EUR (Vorverkauf) / 7,- EUR (Abendkasse)

„Poesie heute“: Die Reihe, die sich zum Ziel gesetzt hat, die junge deutsche Gegenwartslyrik einem breiteren Publikum bekannt zu machen, wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Als Moderatorin konnte die Autorin Ulrike A. Sandig gewonnen werden, die als Herausgeberin der renommierten Leipziger Literaturzeitschrift EDIT einen hervorragenden Überblick über die spannendsten Entwicklungen in der jungen literarischen Szene hat. Zu Gast sind 2008 der in Polen geborene Lyriker Norbert Lange sowie die Autorin Barbara Felicitas Tax - zwei sehr unterschiedliche poetische Stimmen, die in ihrer Verschiedenheit den Raum der ästhetischen Möglichkeiten in der Jetztzeit ausloten.

Wladimir Kaminer
27. November, Donnerstag, 19.30 Uhr (AUSVERKAUFT!) und 22.00 Uhr, Scheune

Wladimir Kaminer wurde 1967 in Moskau geboren. Seit 1990 lebt er in Berlin. Mit seinem Erzählband “Russendisko” und den gleichnamigen Tanzveranstaltungen erlangte er ersten Ruhm. Inzwischen erwiesen ihn weitere Bücher wie der Roman “Militärmusik” oder zuletzt „Salve Papa!“ als kreatives Multitalent und machten ihn zu einem der beliebtesten und gefragtesten Autoren in Deutschland. Die Süddeutsche Zeitung meint: “Kaminer ist, was nur selten bemerkt wird, ein großer Stilist, ein Meister seiner Form, einer kleinen Form natürlich, die der Romanform in manchem überlegen ist. Wladimir Kaminer, soviel steht fest, ist ein großer Gewinn für die deutsche Literatur.” Mit den beiden Lesungen setzt das Festival „Literatur Jetzt!“ seine satirische Reihe „Dead Line“ fort.

Poetry Slam Workshop
(nicht öffentlich)

28. November, Freitag, 9.00 Uhr, Hauptbibliothek

In der Reihe „Talentebühne“ findet in Zusammenarbeit mit den Städtischen Bibliotheken ein Poetry Slam Workshop für Jugendliche aus Dresden statt. Der erfahrene Performance- Poet „Bumillo“ (Christian Bumeder) wird Schüler mit der Geschichte des „Poetry Slam“ vertraut machen und in die Geheimnisse des literarischen Schreibens und des erfolgreichen Auftretens einführen. Vielleicht wird so bei den einen oder anderen jungen Künstler der Grundstein zu einer weiteren literarischen Karriere gelegt.

Poetry Slam – Dead or Alive
28. November, Freitag, 21.00 Uhr, Scheune
Eintritt: 6,- EUR (Vorverkauf) / 8,- EUR (Abendkasse)

„Poetry Slam – Dead or Alive“: Die Veranstaltung stellt nicht nur einen der Höhepunkte des Festivals dar, sondern steht paradigmatisch für das zentrale Anliegen, die Grenzen zwischen traditioneller Hochkultur und alternativer Literaturszene zu überwinden. Wenn vier der besten deutschen Performance-Poeten (Nadja Schlüter, „Bumillo“ [Christian Bumeder], „Peh“ und Julius Fischer) mit ihren eigenen Texten gegen vier renommierte Staatsschauspieler antreten, die verstorbene Dichter verkörpern, dann fiebern gemeinsam hunderte junger und älterer Zuschauer mit. Die klassische Bühne bietet jungen Poeten ein ungewöhnliches Forum, die Texte kanonischer Schriftsteller zeigen im Mund hervorragender Darsteller, dass sie nichts an Aktualität verloren haben. Moderiert wird der Poetry Slam von Stefan Seyfarth und Michael Bittner. Die Zuschauer entscheiden am Ende wie immer beim Poetry Slam über den Sieger des Abends. Nach dem Poetry Slam sorgt die Starsheriffs Disko mit ihrer “Indierevolution” für eine musikalische Fortsetzung.

Hin & weg
mit Marcel Beyer, Undine Materni, Carlos Aguilera, Franziska Gerstenberg und Jörg Magenau

29. November, Sonnabend, 20.00 Uhr, Hygiene-Museum
Eintritt: 5,- EUR (Vorverkauf) / 7,- EUR (Abendkasse)

„Hin&weg“: Unter diesem Titel startet eine neue Veranstaltungsreihe, die vom Berliner Literaturkritiker und Autor Jörg Magenau moderiert wird. Autoren, die ihre literarische Karriere ganz oder zeitweise nach Dresden geführt hat, treffen auf Kollegen, bei denen sich der Erfolg erst einstellte, nachdem sie der Elbestadt den Rücken kehrten. Es lesen und diskutieren: der kubanische Exilautor Carlos Aguilera, der längere Zeit in Dresden lebte und schrieb; die Erzählerin Franziska Gerstenberg, die die Elbmetropole für ein Studium am Leipziger Literatur-Institut verließ; Marcel Beyer, den es 1996 als schon erfolgreichen Romancier nach Dresden; sowie die Autorin Undine Materni, die, in Sangerhausen geboren, aus der heimischen Literaturszene längst nicht mehr wegzudenken ist. Die Konstellation bietet in Lesung und Gespräch eine hervorragende Gelegenheit, vor und mit dem Publikum die Möglichkeiten und Grenzen des Literaturstandortes Dresden zu diskutieren: Ist die sächsische Landeshauptstadt literarische Provinz oder besteht die Chance, im nationalen und internationalen Diskurs Gehör zu finden?

Ost-Südost
mit Olja Savi?evi?, Srdjan Valjarevi? und Alida Bremer

30. November, Sonntag, 20.00 Uhr, Kulturhaus Loschwitz
Eintritt: 5,- EUR (Vorverkauf) / 7,- EUR (Abendkasse)

“Ost-Südost“ lautet der Titel für einen inhaltlichen Schwerpunkt, den das Festival im Jahr 2008 setzen will. Er wird sich mit der jungen Literatur der Staaten des ehemaligen Jugoslawiens beschäftigen, die sich aus der Starre des Postkommunismus längst gelöst hat, ohne kritiklos in die Feier westlicher Lebensformen einzustimmen. Erst langsam entdecken auch die deutschen Verlage die herausragende Qualität vieler jener Autoren, durch deren Stimme das Konzert der europäischen Literatur erst vollständig wird. Die Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Alida Bremer, die in diesem Jahr den Auftritt Kroatiens als Gastland auf der Leipziger Buchmesse organisierte, wird als literarische Botschafterin das deutsche Publikum mit zwei Autoren bei einer gemeinsamen Lesung bekannt machen: der Kroatin Olja Savi?evi?, die mit ihrem Erzählband „Augustschnee“ in Deutschland begeisterte Leser fand und Srdjan Valjarevi?, der seit längerem als einer der wichtigsten Autoren Serbiens gilt. Sein Roman “Komo” ist 2008 auch auf Deutsch im Wieser Verlag erschienen.

Offene Bühne im Hecht
30. November, Sonntag, 20.00 Uhr, E-Zwo (Hechtviertel, Erlenstraße 2)

Die „Offene Bühne im Hecht“ dient als Schnittstelle des Festivals zur lokalen Dresdner Kleinkunstszene und ihrem vielversprechendsten Nachwuchs. Das Offene Mikrofon dieser lebendigen und sehr gut besuchten Veranstaltung ermöglicht es nicht zuletzt Talenten auf dem Gebiet der Literatur, erste Bühnenerfahrungen zu sammeln und sich einem aufgeschlossenen Publikum zu präsentieren. Aber auch etablierte Künstler – wie zuletzt der Dresdner Stadtschreiber Dorian Catalin Florescu - nutzen nicht selten die ungezwungene Atmosphäre dieser Veranstaltung für unkonventionelle Auftritte. Die Gastgeber Stephen Blaubach und Steffen Haas präsentieren dabei stets ein buntes Programm aus Prosa, Lyrik, Musik, Kleinkunst und Theater.