“Literatur Jetzt!” – 3. Festival zeitgenössischer Literatur 2011 endete am Freitag

Am Freitag endete nach drei erfolgreichen Tagen “Literatur Jetzt!”, das dritte Festival zeitgenössischer Literatur in Dresden. Mehr als 20 Autoren und Künstler wirkten bei sechs Veranstaltungen mit, die 500 junge und ältere Gäste in die Scheune und die Hochschule für bildene Künste lockten. Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden hatten das Literaturfest gefördert. Im Jahr 2012 wird die vierte Ausgabe des Festivals stattfinden, voraussichtlich vom 24. bis 28. Oktober.

Zum Abschluss des Literaturfestes am Freitag präsentierten bei der “Nacht der Lesebühnen” in der HfbK Andreas Krenzke, Michael Sailer, Franziska Wilhelm und Michael Bittner Texte voll satirischer Komik. Zuvor hatten am selben Ort Joachim Sartorius und Daniela Seel Gedichte aus ihren jüngsten Veröffentlichungen gelesen und mit dem Moderator Volker Sielaff u.a. über den aktuellen Literaturnobelpreisträger, den schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer, diskutiert. Wie erwartet erwies sich der Auftritt des Büchner-Preisträgers Wilhelm Genazino in der HfbK am Donnerstag, der aus seinem neuen Roman “Wenn wir Tiere wären” las, als ein Höhepunkt des Festivals. Zuvor hatten Claudia Reh und Simone Weißenfels ihre Light-Art-Performance “Lichträume” in den Hallen der HfbK präsentiert. Am selben Abend trafen in der Scheune beim “Poetry Slam – Dead or Alive” lebendige und tote, von Dresdner Schauspielern verkörperte Dichter aufeinander. Das zahlreich erschienene Publikum wählte die junge Marburger Poetin Theresa Hahl zur Siegerin des Abends. Eröffnet hatte das Festival am Mittwoch die Autorin Anne Hahn, die ihr politisches Sachbuch “Der weiße Strich” über eine künstlerische Protestaktion junger Menschen gegen die Mauer vorstellte und mit Lutz Rathenow über den Umgang mit der DDR-Vergangenheit diskutierte.

Freitag: Nacht der Lesebühnen mit Andreas “Spider” Krenzke, Michi Sailer, Franziska Wilhelm und Michael Bittner

Zur “Nacht der Lesebühnen“ begrüßt das Festival „Literatur Jetzt!“ am Freitag vier Autoren von vier Lesebühnen aus vier Städten: Andreas „Spider“ Krenzke liest mit großem Erfolg bei der Berliner Lesebühne LSD – Liebe statt Drogen, war aber auch schon auf vielen Kabarettbühnen zu Gast. Franziska Wilhelm von der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz wird bald ihren ersten Roman veröffentlichen. Von der Münchner Lesebühne Schwabinger Schaumschläger kommt der Autor Michael Sailer, der als Kritiker und Kolumnist u.a. für die taz, den Musikexpress und konkret schreibt. Und Michael Bittner liest monatlich bei der Dresdner Lesebühne Sax Royal wie er wöchentlich eine literarische Kolumne im Magazin der Sächsischen Zeitung veröffentlicht.

Nacht der Lesebühnen: Andreas „Spider“ Krenzke, Michael Sailer, Franziska Wilhelm, Michael Bittner | 07. Oktober | Freitag | 21 Uhr | HfbK, Brühlsche Terrasse | VVK 6 AK 8 Euro

Tickets zum günstigeren Vorverkaufspreis gibts bei den bekannten Vorverkaufsstellen, z.B. Sax-Ticket in der Schauburg.

Freitag: Lyrik der Gegenwart mit Joachim Sartorius und Daniela Seel

Festzulegen sind sie beide nicht: Daniela Seel, Jahrgang 1975, risikofreudige Verlegerin, kundige Übersetzerin sowie junge Autorin – und Joachim Sartorius, Jahrgang 1946, Weltenwanderer, Herausgeber wichtiger Anthologien internationaler Poesie, beachteter Lyriker, gelernter Diplomat und seit zehn Jahren Intendant der Berliner Festspiele. Die eine nahm eine Erbschaft und baute darauf einen der heute spannendsten deutschsprachigen Independent-Verlage, kooksbooks; der andere holte als Leiter des DAAD viele Jahre lang bedeutende Künstler des 20. Jahrhunderts nach Berlin. Beide sind sie Macher und Ermöglicher, setzen sich für andere Lyriker ein: die eine druckt ihre Bücher, der andere stellt sie vor, vermittelt, rezensiert. Und beide sind sie vor allem eins: Dichter. Von Daniela Seel erschien soeben ihr Debütband „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“, von Joachim Sartorius liegen bislang fünf Gedichtbände vor, zuletzt erschien „Hôtel des Étrangers“. Nun sitzen sie an einem Abend zusammen auf dem Podium. Die Poesie hat kein Alter. Hier kommt: die Poesie! Ein Abend mit zwei wichtigen lyrischen Stimmen der Gegenwart beim Festival „Literatur Jetzt“, moderiert vom Dresdner Autor Volker Sielaff.

Lyrik der Gegenwart: Joachim Sartorius und Daniela Seel | 07. Oktober | Freitag | 19:30 Uhr | HfbK, Brühlsche Terrasse | VVK 6 AK 8 Euro

Donnerstag: Wilhelm Genazino liest aus “Wenn wir Tiere wären” nach Light-Art-Performance von Claudia Reh und Simone Weißenfels

Wilhelm Genazino stellt am heutigen Donnerstag (6.10.) seinen neuesten Roman mit dem Titel „Wenn wir Tiere wären“ vor, der von Kritikern auf Anhieb auf Platz 1 der renommierten SWR-Bestenliste gewählt wurde. In diesem Buch erzählt er ironisch, witzig und böse von einem Mann, der den Alltag nur ertragen kann, indem er das ordentliche Regelwerk der modernen Welt durchbricht. Wilhelm Genazino wurde 1943 in Mannheim geboren und lebt in Frankfurt. Sein Markenzeichen ist der „gedehnte Blick“, Genazino ist ein akribischer Beobachter unseres Alltags, ein minutiöser Berichterstatter konkreter Einzelheiten. Einer, der intensiv die Absurditäten unseres Lebens wahrnimmt. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Kleist-Preis. Bei Hanser erschienen zuletzt die Romane „Ein Regenschirm für diesen Tag“ (2001), „Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman“ (2003), „Die Liebesblödigkeit“ (2005), „Mittelmäßiges Heimweh“ (2007) und „Das Glück in glücksfernen Zeiten“ (2009). Die Lesung wird moderiert vom Verleger Helge Pfannenschmidt (Edition Azur).

Wilhelm Genazino: „Wenn wir Tiere wären“ | 06. Oktober | Donnerstag | 20 Uhr | HfbK, Brühlsche Terrasse | VVK 8 AK 10 Euro

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Die Künstlerin Claudia Reh präsentiert unter dem Titel “Lichträume” ab 19:30 Uhr gemeinsam mit der Pianistin Simone Weißenfels mit einfachsten Mitteln eine Light-Art-Performance, die Licht, Klang und Wort verknüpft und ein Abenteuer für die Sinne garantiert. Faszinierende Bildwelten werden mit einer Malerei durch Licht in Handarbeit geschaffen und wieder ausgelöscht. Die Atmosphäre des Ortes sorgt dabei für immer neue Konstellationen. Instrumente sind dabei schlichte Overhead-Projektoren. Die Performance “Lichträume” hinterlässt keine Spuren, außer im Kopf.

Lichträume – Light-Art-Performance von Claudia Reh und Simone Weißenfels | 06. Oktober | Donnerstag | 19:30 Uhr | HfbK, Brühlsche Terrasse | Eintritt frei

Donnerstag: “Poetry Slam – Dead or Alive” in der Scheune

Am heutigen Donnerstag (6.10.) findet der LivelyriX Poetry Slam im Rahmen des Festivals „Literatur Jetzt!“ in ganz besonderer Form statt. Unter dem Titel „Dead or Alive“ messen sich vier der besten Slam-Poeten Deutschlands (Theresa Hahl, Temye Tesfu, Clara Nielsen und Daniel Hoth) mit vier verstorbenen Dichtern, die von Dresdner Schauspielern der freien Theaterszene (Utz Pannike, Bianka Heuser, Martin Guß, Florian Gleißner) verkörpert werden. Das Publikum entscheidet am Ende, ob einem lebendigen oder einem toten Poeten der Siegerkranz des Abends gebührt. Außerhalb des Wettbewerbs wird außerdem Patrick Salmen, der deutschsprachige Poetry-Slam-Meister des Jahres 2010, als besonderer Gastautor seinen Auftritt haben. Moderiert wird der Abend von Stefan Seyfarth und Michael Bittner.

LivelyriX Poetry Slam: Dead or Alive | 06. Oktober | Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr | Scheune | VVK 6 AK 8 Euro

Mittwoch: Lesung und Gespräch “Der weiße Strich” mit Anne Hahn und Lutz Rathenow

Das Festival “Literatur Jetzt!” beginnt am heutigen Mittwoch (5.10.): Die Herausgeberin Anne Hahn stellt in einer Lesung und Diskussion mit dem Autor Lutz Rathenow das im Ch. Links Verlag erschienene Buch „Der weiße Strich“ vor: Mehrere Jugendliche, die 1980 in Weimar aufbegehren und von denen einige inhaftiert werden, gelangen schließlich nach West-Berlin. Dort stören sie sich an dem Umgang mit der Mauer, die nur noch als dekorativer Raumteiler betrachtet wird, deren brutale Funktion aber kaum noch jemand wahrnimmt. Im November 1986 ziehen sie demonstrativ einen weißen Strich an die Grenzmauer. Am zweiten Tag dieser Aktion von Kunst und Protest überraschen DDR-Grenzer zwei der Protagonisten. Da auch die Westseite der Mauer zum DDR-Territorium gehört, verhaften sie einen der Akteure und bringen ihn in den Osten. Er landet im Stasi Gefängnis in Bautzen. Zeitzeugeninterviews, informative Essays und bisher unveröffentlichte Fotos geben Einblick in die Hintergründe dieser Aktion und das besondere Milieu der Subkultur der achtziger Jahre in Ost und West. Lutz Rathenow liest zudem aus seinem neuen Band „Klick zum Glück“.

Lesung und Gespräch „Der weiße Strich“: Anne Hahn und Lutz Rathenow | 05. Oktober | Mittwoch | 20 Uhr | HfbK, Brühlsche Terrasse | VVK 6 AK 8 Euro

“Literatur Jetzt!” – 3. Festival zeitgenössischer Literatur in Dresden vom 5. bis 7. Oktober

Vom 5. bis zum 7. Oktober findet zum dritten Mal “Literatur Jetzt!“, das Festival zeitgenössischer Literatur, in Dresden statt. Sechs Veranstaltungen mit über 20 Autoren und anderen Künstlern garantieren ein abwechslungsreiches Fest der Poesie.

Formate der literarischen Subkultur wie “Poetry Slam – Dead or Alive” oder eine “Nacht der Lesebühnen” finden ebenso Platz wie die Vorstellung des packenden Sachbuches “Der weiße Strich” von Anne Hahn über den Kampf junger Menschen gegen die Mauer. Es wird einen Abend zur Lyrik der Gegenwart unter dem Motto “Die Poesie hat kein Alter!” geben, bei dem Daniela Seel (Lyrikerin und Verlegerin) und Joachim Sartorius (Lyriker, Herausgeber und Intendant der Berliner Festspiele) aus ihren neuen Büchern lesen werden. Höhepunkt des Festivals wird die Lesung des Büchner-Preisträgers Wilhelm Genazino sein, der erstmals in Dresden seinen neuen Roman “Wenn wir Tiere wären” vorstellt.

Karten für die Veranstaltungen zum günstigeren Vorverkaufspreis sind an den bekannten Vorverkaufsstellen (z.B. Sax-Ticket an der Schauburg, Konzertkasse Dresden, Dresden Ticket) erhältlich. Restkarten an der Abendkasse.

“Literatur Jetzt!” – 3. Festival zeitgenössischer Literatur in Dresden vom 5. bis 7. Oktober 2011

Vom 5. bis zum 7. Oktober findet nach zweijähriger Unterbrechung „Literatur Jetzt!“, das „Festival zeitgenössischer Literatur“ in Dresden, seine Fortsetzung. Das Literaturfest wird vom LivelyriX e.V. veranstaltet und vom Verleger Leif Greinus (Voland & Quist) gemeinsam mit den Dresdner Autoren Volker Sielaff und Michael Bittner organisiert. Unterstützende Partner des Festivals sind die Hochschule für bildende Künste und die scheune. Gefördert wird „Literatur Jetzt!“ durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden. Das Festival „Literatur Jetzt!“ setzt es sich zum Ziel, zeitgenössische Literatur in ihren verschiedenen Formen publikumswirksam zu präsentieren und dabei insbesondere die Grenzen zwischen literarischer Hoch- und Subkultur zu überwinden.

Karten für die Veranstaltungen zum günstigeren Vorverkaufspreis sind an den bekannten Vorverkaufsstellen (z.B. Sax-Ticket an der Schauburg, Konzertkasse Dresden, Dresden Ticket) erhältlich. Restkarten an der Abendkasse.

Rückblick: “Literatur Jetzt!” 2008

Das Dresdner Festival zeitgenössischer Literatur mit dem Titel “Literatur Jetzt!” fand vom 25. bis zum 30. November 2008 statt. Über 1800 Zuschauer besuchten die 12 Veranstaltungen des Festivals, an denen fast 30 Autoren und andere Künstler mitwirkten. Lesungen, Diskussionen und Workshops fanden dabei im Kleinen Haus, im Kulturzentrum Scheune, im Kulturhaus Loschwitz, im Deutschen Hygiene-Museum, in der Hauptbibliothek und im E-Zwo statt. Einen ausführlichen Rückblick auf die Veranstaltungen gibt es nach dem Klick >>> Continue reading ‘Rückblick: “Literatur Jetzt!” 2008′

“Literatur Jetzt!” 2008 ging zu Ende

Am Sonntag ging die zweite Ausgabe des Dresdner „Festivals zeitgenössischer Literatur“ mit dem Titel „Literatur Jetzt!“ zu Ende. Die Lesung „Ost-Südost“, die sich der Literatur der Staaten des ehemaligen Jugoslawiens widmete, bildete die Abschlussveranstaltung des Literaturfestes, das vom 25. bis zum 30. November in zahlreichen Dresdner Spielstätten stattfand. Über 1800 Zuschauer besuchten die 12 Veranstaltungen des Festivals, an denen fast 30 Autoren und andere Künstler mitwirkten. Lesungen, Diskussionen und Workshops fanden dabei im Kleinen Haus, im Kulturzentrum Scheune, im Kulturhaus Loschwitz, im Deutschen Hygiene-Museum, in der Hauptbibliothek und im E-Zwo statt.

Zuschauerträchtigste Veranstaltung war dabei mit über 400 Zuschauern einmal mehr der „Poetry Slam – Dead or Alive“ am Freitag, bei dem in Kooperation mit dem Staatsschauspiel lebendige junge Autoren gegen Schauspieler antraten, die in die Rollen verstorbener Dichter schlüpften. Sehr positives Echo fand auch die Eröffnungsveranstaltung „Beat Poetry“ am Dienstag, bei der die junge Lyrikerin Nora Gomringer ihre Texte in Begleitung von Jazz-Schlagzeuger Günter Baby Sommer vortrug. Ausdrücklich dem Thema Literatur in Dresden widmete sich die Veranstaltung „Hin & weg“ am Sonnabend, in der vier zu- oder weggezogene Autoren die Möglichkeiten und Grenzen für Schriftsteller in Dresden ausloteten. An der vom Literaturkritiker Jörg Magenau moderierten Veranstaltung nahmen die Autoren Marcel Beyer, Carlos Aguilera, Undine Materni und Franziska Gerstenberg teil.